Netze und Systeme Politik und Gesellschaft

Diskussionshygiene auf Twitter

Grafik von Likers Blocker

Ich habe mein Zehnjähriges auf Twitter schon länger hinter mir. Im Laufe der Zeit habe ich schon ein paar Mal darüber geschrieben, was man tun kann, um nicht zu viel Zeit und Energie mit unschönen Inhalten im Netz zu verplempern. Das mache ich jetzt auch. Schon wieder. Und schon wieder kommt Mario Sixtus vor.

Auf Twitter heruntergebrochen wären die Maßnahmen zum Schutz der eigenen Ressourcen1 in folgender Reihenfolge:

  1. Entfolgen
  2. Stummschalten
  3. Blocken
  4. Melden

Der Likers Blocker

Für Punkt 3 gibt es nun ein mächtiges Werkzeug: den Likers Blocker. 2 Wer sich durch depperte Antworten von Querschwurblern und anderen antisozialen Existenzen blockt, wenn man auf Tweets von Karl Lauterbach geantwortet hat oder sich cringige Hashtags aus den Trends anschaut, wird schnell fest stellen, dass die schneller nachwachsen als die Köpfe der Hydra3. Sehr effektiv ist es da, sich die Brut durch den Likers Blocker vom Hals zu halten. Mit diesem Tool werden Nutzer, die bestimmte Tweets geliket haben, durchforstet und können auf Wunsch systematisch geblockt werden. Die Entwickler weisen darauf hin, dass Mario Sixtus sie auf die Idee gebracht hat. 4

Da die Anwendung natürlich das Potential hat, die eigene Reichweise einzuschränken, könnte es überdenkenswert sein, nicht jedweden Unfug damit zu behandeln, sondern vor allem besonders menschenverachtende Tweets. Ich habe da aktuell folgende – noch sehr übersichtliche – Beispiele, bei denen ich selbst das Tool habe drüber laufen lassen:

Das sind nicht viele, aber sie wurden von Tausenden Menschen geliket. Und wer solchen menschenverachtenden Dreck liket, stiehlt mir nicht mehr meine Zeit.

Update: Ich werde Tweets, die so übel sind, dass jeder, das klickt, jedes Maß an Menschlichkeit verloren hat, auch in Zukunft hier dokumentieren:

Ich hab Dich geblockt, dabei hast Du doch „nur zu Dokumentationszwecken“ geliket? Pech gehabt.

Melden – das leider dysfunktionale Tool

Da wünscht jemand Dir oder Deinen Nachkommen oder jemand völlig fremden den Tod oder zumindest die eine oder andere Körperschädigung. Du meldest das und Twitter antwortet, der gemeldete Tweet/Nutzer sei nach deutschem Recht nicht zu beanstanden. Ihr kennt das. Es gibt ab und an Erfolgsmeldungen – sogar zum Teil nachdem zuerst der Algorithmus abschlägig geantwortet hatte -, aber es fehlt die Möglichkeit, sich direkt zu beschweren, falls man denkt, dass eben doch ein Rechtsverstoß vorliegt.

@bastelbro hat in einem längeren Thread5 erklärt, welche Möglichkeiten bestehen, um sich trotzdem zu wehren. Und diese können Twitter teuer zu stehen kommen.

Rückzug?

Man könnte auch meinen, dass Rückzug eine Idee wäre. Entweder man löscht den Tweet, der so viele unliebsame Antworten provoziert hat, oder man zieht sich ganz von Twitter zurück. Ich halte es da ganz einfach: Ich bleibe. Schon allein, um den ganzen Deppen nicht die Deutungshoheit zu überlassen.

Fußnoten:

  1. Zeit, Energie, Freude, Nerven, Gesundheit – you name it[]
  2. Erhältlich für Chrome und Firefox, leider bisher nur für die Desktop-Versionen.[]
  3. Die aus der griechischen Mythologie, nicht die fiese Organisation aus dem MCU[]
  4. Leider hat der seinen damaligen Tweet entfernt, aber man kann ihn hier noch nachlesen.[]
  5. Den der geschätzte Anwalt Jun hier zitiert[]

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