Pflege und Gesundheit Politik und Gesellschaft

Wie ich einmal lebensrettenden Pragmatismus von der Stadt forderte

#Notruf - Wir brauchen Eure Hilfe
#Notruf - Wir brauchen Eure Hilfe

Ich schrieb heute, am 16. März 2021, als Mitglied des Schulausschusses in Leverkusen eine Mail an OB Richrath und Schuldezernent Adomat. Dies will ich Euch nicht vorenthalten:

1. Mail

Sehr geehrter Hr. Richrath, sehr geehrter Hr. Adomat,

die Rückkehr zum Präsenzunterricht in allen Schulen mitten in die dritte Welle hinein ist eine äußerst fragwürdige Entscheidung des Bildungsministeriums. Dirk Brockmann, Modellierer vom RKI, bezeichnete es heute Morgen im Morgenmagazin der ARD als "irrational", bei dem bereits sichtbaren Wachstum weiter zu öffnen. Lothar Wieler, Leiter des RKI, hat die Schließung von Schulen vergangenen Freitag als einen aus Sicht des Infektionsschutzes guten Weg bezeichnet. Dieser Ansicht schließe ich mich uneingeschränkt an.

Mittlerweile wehren sich erste Kommunen dagegen und fordern von Frau Gebauer die Aussetzung. Die Stadt Dortmund, deren 7-Tages-Inzidenz bei 66 - und damit unter dem Wert für Leverkusen - liegt, hat angekündigt, die Schulen am morgigen Mittwoch wieder zu schließen.

Ich bitte Sie als Mitglied des Schulausschusses, dies auch für die Schulen der Stadt Leverkusen zu tun.

Mit freundlichen Grüßen
--
Oliver Ding, Mitglied des Schulausschusses Leverkusen 

Antwort

Und hier nun die Antwort:

Antwort der Stadtverwaltung

Ob man von der Politik fordern sollte, die städtischen Gremien in den Schulen tagen zu lassen?

Update: Ja, genau das sollte man. Und wir haben es getan.

Noch ’n Update: Ich hab auf die Mail geantwortet:

2. Mail

Mittlerweile hat das Schulministerium den Antrag der Stadt Dortmund genehmigt, so dass dort ab Montag ein Betretungsverbot gilt. Aufgrund der weiter schnell steigenden Zahlen bei ausbleibender Installation eines ausreichend engmaschigen Testkonzepts für Schüler*innen und Lehrer*innen bitte ich dringend um eine Neubewertung der Situation und verweise auf §28a Abs. 3 IfSG, der bereits bei der Überschreitung der 7-Tages-Inzidenz von 35 verlangt, "breit angelegte Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die eine schnelle Abschwächung des Infektionsgeschehens erwarten lassen" und für das Überschreiten der Schwelle von 50 vorgibt, "umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens erwarten lassen".

Zu berücksichtigen ist neben der gesundheitlichen Implikation auch, dass aufgrund der stärkeren Einbindung der Lehrer in den Präsenzunterricht die Schüler in Distanz aktuell bei weitem nicht mehr so gut erreicht werden können wie zuvor, als alle Schüler in Distanz waren. Auch deswegen haben sich viele Lehrer, auch in Leverkusen, skeptisch über die Notwendigkeit der Rückkehr zur Präsenzpflicht geäußert.

Schulen sind Basis komplexer sozialer Netzwerke und genau diese Netzwerke sind die Treiber der Pandemie. Das Öffnen der Schulen ist maßgeblich am Wiederaufflackern der Infektionszahlen beteiligt, so dass die Rückkehr in den Distanzunterricht sowohl epimiologisch als auch pädagogisch eine sinnvolle Maßnahme ist.

Einen Monat später.

Screenshot der Meldung zu den Schulschließungen auf Facebook

Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

1 Kommentar zu “Wie ich einmal lebensrettenden Pragmatismus von der Stadt forderte

  1. Pingback: Ich liebe diesen Antrag – Die Sockenseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.