Fundstücke Musik und Kultur

Wer sollte das bezahlen?

Heute plapperte der Musikmarkt eine Pressemitteilung aus Spanien nach, nach der der spanischen Medienindustrie zum wiederholten Male ein heftiger Milliardenschaden entstanden sei. 5,2 Milliarden Euro sind ja beileibe kein Pappenstiel. Dumm ist halt nur, dass diese Art der Schätzung – dass es sich um geschätzte Werte handelt, verrät lediglich ein Nebensatz – immer von zweifelhaften Voraussetzungen ausgeht. Man müsste nämlich ergänzen, dass obige Schätzung darauf beruht, dass die jenigen, die sich Musik/Filme illegal herunterladen, überhaupt Interesse gehabt hätten, sich diese Medien legal zu beschaffen.

Dass daran aber massive Zweifel bestehen, kümmert die auf große Zahlen angelegten Pressemitteilungen natürlich traditionell wenig. Immerhin können sie sich mit den 1,56 Milliarden Euro Einnahme auf stabilieren Boden stellen. Diese Einnahmen kann man nämlich auch vorurteilsfrei nachzählen.

Natürlich ist es für die Medienindustrie problematisch, wenn potentielle Kunden nicht erreicht werden können. Dass diese Kunden aber auch tatsächliche Kunden werden, ist ein Fehlschluss, der einzig weiterhilft, dem veralteten Marktmodell der Industrie ein paar lebensverlängernde Maßnahmen anzubieten. Dass man Downloads auch aus einer anderen, deutlich erfolgversprechenderen Warte interpretieren kann, hat Radiohead gezeigt.

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